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Ziele zu haben ist wunderbar. Ziele auch zielstrebig zu verfolgen ist noch besser. Aber Achtung: Wenn du ein Ziel erreichen willst, dann fahr NICHT mit VOLLGAS!

Warum, fragst du dich? Warum solltest du nicht 220% in die Erreichung deines Ziels stecken?

Aus dem Sport weiß man, dass tägliches hartes Training nicht den gewünschten Erfolg bringt. Es ist für den Erfolg – neben dem harten Training – wichtig, dass man auch sogenannte Regenerationsphasen einhält. Das sind Ruhetage, die dem Körper Zeit geben, sich zu verändern, sich an die Belastungen anzupassen und sich zu erholen.

Du kannst nicht immer mit hohem Tempo unterwegs sein. Also, du kannst schon, aber es wird langfristig nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Dazu möchte ich dir eine Geschichte aus dem alten Japan erzählen:

Ein Zen-Mönch war unterwegs, als er von einem fahrendem Händler, der sein Ochsengespann mit der Peitsche antrieb, überholt wurde. Er fragte den Mönch, wie lange  es noch bis zur nächsten Stadt sei, der Händler war offensichtlich in Eile. Der Mönch antwortete ihm: „Wenn du weiterhin diese Ochsen mit der Peitsche so antreibst, wirst du  mehr als zwei Stunden brauchen. Aber wenn du langsam fährst, dann bist du in einer halben Stunde dort. Der Händler trieb die Ochsen weiter mit der Peitsche an und war rasch aus dem Blickfeld verschwunden.

Als der Mönch nach langem ruhigen Gehen Richtung Stadt kam, sah er schon von weitem den Händler mit seinem Ochsenwagen im Graben liegen. Als der Mönch auf der gleichen Höhe wie der Händler war, hörte er ihn fluchen und schimpfen und sobald er den Mönch sah, wollte der seine Wut an dem Mönch auslassen. Der Mönch aber antwortete ihm gelassen: „Ich habe dir ja gesagt, wenn du deine Ochsen nicht so antreibst und ein ruhiges Tempo wählst, dann bist du in einer halben Stunde in der Stadt.“

Was will ich dir mitgeben: Es ist wichtig, dass du dein Ziel im Auge behältst, aber es ist absolut unklug, mit Vollgas auf dein Ziel zu zusteuern. Es bringt dir nichts für dein Ziel, wenn du dich komplett verausgabst und dann völlig ausgepowert bist oder schon auf der Hälfte des Weges schlapp machst.

Sind wir uns ehrlich und da spreche ich aus eigener Erfahrung:

Am Beginn willst du für dein Ziel Bäume ausreißen und bist total motiviert. Aber wenn du Vollgas fährst, wie lange dauert es, bis du erschöpft bist?

Nehmen wir ein beliebtes Beispiel wenn es um Ziele verfolgen geht:

Das Ziel eine schlanke und sportliche Figur zu haben. Natürlich kann ich beim Abnehmen ein paar Tage Vollgas geben. Ich esse z.B. nur Kohlsuppe. Aber mal ehrlich – wie schnell sind die Kilos dann wieder drauf? Wer hat mit diesem Vollgasprogramm wirklich dauerhaft seine Figur im Griff?

Beim Abnehmen, bei sportlichen Zielen oder bei beruflichen Zielen kommt es nicht darauf an, EINMAL 200% zu geben, sondern der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Beharrlichkeit, in der Routine, in den Gewohnheiten die du tagtäglich durchziehst. Wenn du 220% gibst und nur 3 Tage durchhältst, dann wirst du deine Ziele nicht erreichen, weil du vorher erschöpfst aufgibst.

Ich kenne das vom Sport. Ich liebe Wettkämpfe, nicht weil ich so eine tolle Athletin wäre, sondern wegen der Stimmung. Bist du schon mal einen Halbmarathon in Wien mitgelaufen? Wenn 1000nde Menschen kurz vor Startschuss am Stand zu laufen beginnen und die Wiener Reichsbrücke mit den Beats der Musik schwingt. Das ist einfach unbeschreiblich cool.

Ich will schon seit Längerem wieder mal einen Halbmarathon mitlaufen. Also gut, dann geht es los mit dem Training. Was tut nun ein vernünftiger Mensch, der den ersten Teil des Artikels bereits gelesen hat?

Ja genau, er/sie geht regelmäßig und über einen längeren Zeitraum laufen. Was tun die meisten Menschen, inklusive mir: Mr. Google befragen, Wie schaffe ich es in 10 Wochen zum Halbmarathon 😉

 

Fahr nicht mit 200% auf dein Ziel zu, sondern arbeite beharrlich aber auch mit Ruhepausen an deinen Zielen. Lieber kleinere Schritte, dafür regelmäßig – wie beim Bergsteigen.

Hier kommt nun Momo und die Weisheit des Straßenkehrers ins Spiel. 

Mein Mann und ich sind begeisterte Bergsteiger (momentan eher kindergerechte Berge). Und da kann ich auf einige Erlebnisse zurückblicken, wo es nicht darauf ankommt mit 1000 PS zu fahren, sondern Schritt für Schritt das Ziel zu erreichen.

Einer meiner eindringlichsten Erlebnisse war die Besteigung des Island Peak in Nepal. Der Island Peak ist ein herrlicher Berg von 6.189m Höhe im nepalesischen Teil des Himalayas. Der Berg ist „bergsteigerisch“ nicht allzu schwierig, aber aufgrund der Höhe doch eine Herausforderung.

Das wesentliche beim Höhenbergsteigen ist, dass man langsam und kontinuierlich hinauf steigt, da sich der Körper an die veränderten Bedingungen (weniger Sauerstoffpartialdruck) gewöhnen muss.

Wir waren nun vor einigen Jahren mit einer Gruppe von Bergsteigern auf dem Weg zum Gipfel des Island Peak und mein Mann und ich sind sehr langsam und kontinuierlich unterwegs gewesen.

Der Rest der Gruppe war eher flotter unterwegs und einmal sehr schnell und hektisch dann wieder eine lange Rast. Es kam öfters vor, dass wir vom Rest der Gruppe schief angeschaut wurden, weil wir immer als letzte unsere Tagesetappe erreichten. Unser Bergführer hat sogar gemeint: So langsame Leute hat er noch nie begleitet und ich glaube er hat nicht damit gerechnet, dass wir den Gipfel je erreichen werden.

Wir schafften es aber beide auf den Gipfel des Island Peak, auf 6189 m! Wir konnten den herrlichen Ausblick auf die Lhotse Wand genießen und waren glücklich und stolz! Wir 2 waren die einzigen unserer Gruppe, die es bis zum Gipfel geschafft hatten. Der Rest musste aus verschiedensten Gründen umkehren, unter anderem aber auch deshalb, weil sie zu schnell unterwegs waren und zum Ende keine oder zu wenig Kraft hatten.

Und jetzt denkst du dir sicher – was hat das mit Momo und dem Straßenkehrer zu tun?

Ich möchte meinen Artikel mit einem Auszug aus Michael Endes Buch „Momo“ beenden. Diese Geschichte hatte ich beim anstrengenden Aufstieg auf den 6.000er immer in meinem Kopf. Diese Geschichte wird dir dabei helfen, deine Ziele ab jetzt konsequent, beharrlich und mit der richtigen Dosis zu verfolgen.

Alles Liebe für Dich und Deine Lieben wünscht Dir Birgit

 

Aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende

„Er fuhr jeden Morgen lange vor Tagesanbruch mit seinem alten, quietschenden Fahrrad in die Stadt zu einem großen Gebäude. Dort wartete er in einem Hof zusammen mit seinen Kollegen, bis man ihm einen Besen und einen Karren gab und ihm eine bestimmte Straße zuwies, die er kehren sollte.

Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste, es war eine sehr notwendige Arbeit.

Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter: Schritt – Atemzug – Besenstrich.

Während er sich so dahin bewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte. „Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“ Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig.““

 

Aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende

Ziele erreichen mit Momo

Ziele erreichen mit Momo

 

 

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